Passion macht brünftig?
13. März 2009Nun wird angepackt. Kommendes Wochenende findet das erste Vorsingen für den Oberammergauer Passionschor statt, in vierzehntagen das der Solisten. Das Orchester befindet sich ebenfalls in einem Auswahlverfahren und der Spielleiter Christian Stückl verteilt die Rollen der Hauptdarsteller, aber auch die der Statisten, Bühnenbauer, Einlassern usw. Alles soll bis zum 19. April feststehen! Man darf nicht vergessen, es handelt sich insgesamt um über 2000 Mitwirkende die ver- und zugeteilt werden müssen. Ein Mammutprojekt! Da gibt es in einem Ort, Oberammergau schon manchmal kuriose Begebenheiten, die da ihr Unwesen treiben.
Bezüglich der Verlegung der Spielzeiten, für die sich die Bürger Oberammergaus im letzten Jahr entschieden haben, daß das Passionsspiel nun bis in die Abendstunden dauert, darüber macht sich zum Beispiel der Landtagsabgeordnete Florian Streibl so seine Gedanken. Er befürchtet, laut FAZ, daß die männlichen Spieler, durch das nächtliche Theaterspiel zum Fremdgehen verleitet werden. Deshalb hat er angeregt ein Kriseninterventionsteam zu gründen, daß sich dieses Problems annhemen soll. Ein Anstandswauwau oder Sexschutzgruppe?
Jetzt spielt man schon seit über 350 Jahren die Passion in Oberammergau und noch immer können sich einige nicht mit Neuerung abfinden. Und so klammert man sich halt an jeden Stohhalm, der sich einem so in den Weg stellt.
Ich werde auf jeden Fall meine Augen und Ohren offen halten und euch dann im nächsten Jahr von eventuellen Fehltritten berichten. Vielleicht lässt sich die Fremdgehrate sogar in einer Statistik erfassen.
Wer sich selbst von der Wirkung der Oberammergauer Passionsspiele überzeugen möchte, kann sich ja Karten besorgen. Der Verkauf der Einzelkarten beginnt übrigens auch am 19. April.